Diashow - Ausschnitte Atelier und Werke Künstlerin: CAROLINE WILLMS Fotos: Mit freundlicher Unterstützung zur Verfügung gestellt durch die Caroline Willms.
Caroline Willms
Künstlerin
Meerbusch
Wie bist Du zur Kunst gekommen?
Oder anders gefragt: In welchem Alter wurde Dir klar, dass Du im tiefsten Herzen (eigentlich) eine Künstlerin bist?
Ich glaube, diesen einen Moment gab es bei mir gar nicht – es war vielmehr etwas, das mich schon immer begleitet hat. Ich war schon immer ein kreativer Geist. Bereits als Kind habe ich viel gemalt, gebastelt und mich auf unterschiedlichste Weise kreativ ausgetobt.
War Dein Weg zum Künstlerdasein für Dich immer klar oder gab es erst noch berufliche Umwege?
Künstlerisch tätig zu sein, war bei meiner Berufswahl – auch geprägt durch mein Elternhaus – zunächst keine Option. Kunst war für mich immer eine Freizeitgestaltung. Stattdessen habe ich Touristik studiert, denn auch das Reisen, das Entdecken anderer Länder und Kulturen sowie das Erlernen von Sprachen standen bei mir schon immer ganz oben auf der Liste.
Hast Du von Anfang an Förderer und Fans Deiner Kunst gehabt? Oder musstest Du Dir diese hart erarbeiten?
Fans hatte ich auf jeden Fall schon immer – Menschen, die mich unterstützt haben und denen meine Kunst gefallen hat. Als wichtigen Förderer im Sinne von Motivation würde ich ganz klar meinen Mann nennen. Er hat mich immer ermutigt, meine Kunst intensiver zu verfolgen und ihr mehr Raum zu geben.
Wie vermarktest bzw. verkaufst Du Dich und Deine Werke? Nutzt Du soziale Kanäle? Welche bevorzugt?
Ich bin natürlich auch auf Social Media aktiv, insbesondere auf Instagram. Außerdem habe ich eine eigene Internetseite und einen Webshop. Verschiedene Events und Ausstellungen sind für mich ebenfalls eine schöne Möglichkeit, um mit Menschen ins Gespräch zu kommen und neue Kunden zu gewinnen. Darüber hinaus nehmen auch einige Inneneinrichter meine Bilder in ihr Portfolio auf.
Welche „artfremden“ Jobs hattest Du bislang in Deinem Leben?
Ich habe viele Jahre in der Touristik gearbeitet und war bei einem Reiseveranstalter tätig, bei dem wir Reisen in die unterschiedlichsten Länder der Welt organisiert haben. Auch heute ist das Reisen noch ein echtes Herzensthema, das ich mit großer Leidenschaft privat weiterverfolge. Gerade sind wir als Familie von einer Rundreise durch Südengland mit unserem Auto zurückgekommen.
Wie startest Du in Deinen Tag, oder wie strukturierst Du Deinen Alltag? Gibt es Rituale? Bist Du Frühaufsteher oder arbeitest am liebsten nachts?
Wenn hier alle aus dem Haus sind und ich das Chaos beseitigt habe, versuche ich zunächst, mir kurz Zeit zu nehmen und meine Gedanken zu sortieren. Das gelingt mir am besten bei einer Runde Jogging oder Yoga – oder einfach mit einem zweiten Kaffee auf der Terrasse. Danach bin ich meistens klar im Kopf und plane, was an diesem Tag so ansteht. Meine besten kreativen Ideen habe ich allerdings, wenn mein Kopf zur Ruhe kommt – in der Natur, beim Laufen oder auf Reisen. Deshalb kann ich das manchmal gar nicht so genau planen und male zu ganz unterschiedlichen Tages- und Abendzeiten..
Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit du deine Arbeit im Atelier beginnen kannst? Arbeitest du täglich schöpferisch oder handwerklich?
Ich muss auf jeden Fall erst einmal etwas Struktur in mein Chaos bringen – und dann natürlich auch in der richtigen Stimmung sein. Nein, ich arbeite nicht jeden Tag schöpferisch oder handwerklich. Wie gesagt, der kreative Flow ist durch den Alltag manchmal einfach nicht da. Ich habe aber gelernt, das anzunehmen und mich dann um die Dinge zu kümmern, die erledigt werden müssen – zum Beispiel um die Vermarktung, die Buchhaltung oder den Versand meiner Bilder.
Welche Materialien nutzt oder bevorzugst Du für Deine Kunst?
Aktuell arbeite ich vor allem mit hochwertigen Acrylfarben und Ölpastellen und kombiniere dabei unterschiedlichste Techniken und Materialien – von Pinsel und Malmesser bis hin zu Tinte und Spray. Das Experimentieren mit neuen Materialien ist ein fester Bestandteil meiner Arbeit und macht jedes Werk einzigartig. Ich habe aber auch noch viele andere Ideen, die ich gemeinsam mit befreundeten Künstlerinnen umsetzen möchte. Dazu gehört zum Beispiel ein Stickprojekt, bei dem wir meine Malerei mit der Stickkunst kombinieren, oder ein Projekt, bei dem wir mit Textilien arbeiten.
Gibt es ein Hauptthema in Deinem künstlerischen Schaffen, oder gibt es Thematiken, die immer wieder an neuen Stellen auftauchen?
Bei mir steht ganz klar die Inspiration durch das Reisen im Vordergrund. Das ist ein Thema, das bei mir unglaublich viele kreative Ideen auslöst. Unterwegs zu sein, neue Länder zu entdecken, neue Farben zu sehen, andere Kulturen kennenzulernen und besondere Begegnungen zu erleben, inspiriert mich immer wieder zu neuen Bildserien. Wir waren 2023, vor der Einschulung unserer Tochter, mit der Familie auf Weltreise. Von dieser Reise zehre ich noch heute und nehme viele Eindrücke und Ideen mit in mein kreatives Schaffen.
In welcher künstlerischen Disziplin bist Du bevorzugt tätig?
Acrylmalerei auf Leinwand und Mixed Media. Aktuell arbeite ich ausschließlich abstrakt.
Was tust Du, wenn Dich eine Schaffenskrise erwischt? Hast Du einen Tipp, wie man wieder kreativ wird?
Sich einfach einmal eine Pause gönnen. Pausen – gerne auch über ein paar Wochen – bringen viel Ruhe, Klarheit und Struktur. Man kann nicht die ganze Zeit kreativ sein, und das sollte man auch annehmen.
Was oder wer treibt dich an?
Ich liebe es einfach, mit Farben und Materialien zu experimentieren und immer wieder neue Dinge auszuprobieren. Das war schon immer so. Ich habe mich immer gerne in neue Techniken eingearbeitet und einfach ausprobiert. Ich arbeite sehr intuitiv und habe auch keine Scheu davor, eine Leinwand mit einer völlig neuen Technik zu bearbeiten. Meistens ist man selbst überrascht, wie schön das Ergebnis wird.
Was inspiriert dich für den eigenen schöpferischen Prozess am meisten?
Farben, Formen und Strukturen. Ich liebe es, diese immer wieder neu zu entdecken und anschließend in meine abstrakten Bilder zu übertragen.
Was zerstört deinen „Schaffensflow“ umgehend?
Wenn ich mich zu sehr mit anderen vergleiche oder ständig schaue, was andere machen. Das habe ich mittlerweile größtenteils abgelegt. Natürlich bekommt man auf Instagram immer wieder Inhalte zugespielt, die dem ähneln, was man selbst macht – danke an den Algorithmus. Aber ich versuche, mich davon so wenig wie möglich beeinflussen zu lassen. Man schafft einfach viel mehr, wenn man sich auf sich selbst konzentriert.
Arbeitest du konzeptionell und setzt handwerklich um, oder eher intuitiv aus dem Bauch heraus?
Am Anfang eines Bildes oder einer Serie überlege ich mir grob die Farben und die Zusammensetzung. Danach arbeite ich aber sehr intuitiv. Genau das bereitet mir große Freude: mich auf den Prozess einzulassen und einfach loszulegen. Was gibt es Schöneres, als sich einfach auf den Prozess einzulassen und kreativ loszulegen?
Wann ist etwas richtig gute Kunst für dich?
Das ist eine sehr schwierige Frage und wird sicherlich von jedem Menschen ganz unterschiedlich beantwortet. Für mich ist richtig gute Kunst dann entstanden, wenn derjenige, der sie geschaffen hat, wirklich mit vollem Herzen dahintersteht. Kunst ist ein unfassbar weit gefasster Begriff. Sie muss mir gefallen, ich muss mich jeden Tag daran erfreuen und etwas Positives mit ihr verbinden. Wenn ich das erreiche, ist es für mich gute Kunst.
Wann und wo genau war deine erste und wann und wo war deine kürzlich letzte Ausstellung?
Meine erste öffentliche Ausstellung war im Mai 2024 in Mühlheim. Aktuell befinden sich meine Bilder in einer Dauerausstellung in einem wundervollen Bistro in Düsseldorf, bei Sharis Kitchen. Dort trifft meine Kunst auf die kulinarische Kunst von Shari.
Warum sollten die Menschen, Kunstsammler, Museen und Galeristen deine Kunst kaufen?
Ich glaube, meine Kunst bringt vor allem Farbe, Leichtigkeit und ein bisschen Fernweh in einen Raum. Meine Bilder entstehen sehr intuitiv und sind geprägt von meinen Reisen, von Farben, Formen und Strukturen. Mir ist wichtig, dass ein Bild nicht nur schön aussieht, sondern beim Betrachter auch etwas auslöst und ihn über viele Jahre begleitet. Wenn jemand in einem meiner Bilder genau das findet, was zu ihm und seinem Zuhause passt, ist das für mich das schönste Kompliment.
Wie gehst du mit Kritik an deinem Werk um?
Mittlerweile kann ich gut damit umgehen. Am Anfang hat es mich natürlich schon getroffen, wenn jemand gesagt hat: „Oh, das gefällt mir nicht.“ Aber ich habe gelernt, dass es für jedes Bild auch jemanden gibt, dem es Freude bereitet. Und das ist mir viel wichtiger: den Menschen zu finden, dem mein Bild über viele Jahre Freude bereitet. Das ist einfach ein tolles Gefühl.
Welche Ziele möchtest du mit Deiner Kunst noch erreichen?
Ich wünsche mir vor allem, dass sich meine Kunst weiterentwickelt und noch viele meiner Bilder die richtigen Menschen finden. Viele meiner Bilder haben ein neues Zuhause gefunden, und es sind immer wieder die richtigen Menschen, die sich für ein bestimmtes Bild entscheiden. Das finde ich unglaublich interessant. Es ist spannend mitzuerleben, was hinter der Auswahl eines Bildes steckt und welche Gedanken sich die Menschen dazu gemacht haben.
Was wäre dein grösster Traum?
Den einen großen Traum gibt es bei mir nicht. Eigentlich befinde ich mich gerade schon in einem Traum, denn ich darf das machen, was mir Freude bereitet, und kann damit sogar mein Leben finanzieren.
Was war der beste Ratschlag, den du für deine eigene Arbeit je erhalten hast?
„Mach weiter so, du bist auf dem richtigen Weg.“
Hast du künstlerische Vorbilder? Wenn ja, welche?
Ich habe niemanden unter den bekannten Namen, den ich konkret als Vorbild bezeichnen würde. Aber ich habe einige Künstlerinnen im Freundeskreis, deren Arbeit ich sehr bewundere und die für mich durch ihre Einstellung in gewisser Weise Vorbilder sind. Mit diesen Künstlerinnen arbeite ich auch sehr gerne zusammen. Man lernt unglaublich viel voneinander und ergänzt sich gegenseitig. Und wenn das Ganze dann auch noch Spaß macht, hat man doch eigentlich alles richtig gemacht.
In welchen Lebensphasen schaffst du am ehesten Kunst? Eher, wenn du etwas verarbeiten musst (z.B. Konflikte, Politisches, Trauer) oder wenn du glücklich, zufrieden und satt, respektive entspannt bist (z.B. im Urlaub)?
Meine Kunst ist eher farbenfroh und fröhlich. Deshalb gehe ich vermutlich auch mit einer positiven und zufriedenen Grundstimmung in den kreativen Prozess. Ich glaube, dass sich diese Stimmung letztlich auch in meinen Bildern wiederfindet.
Bist du interdisziplinär unterwegs? Also schreibst Du z.B. auch, oder arbeitest mit verschiedenen Materialien wie Keramik oder tuftest Teppiche, machst auch Musik oder verbindest diese Themen miteinander?
Aktuell nicht wirklich. Abgesehen von den bereits genannten Kooperationen mit befreundeten Künstlerinnen, bei denen wir beispielsweise das Thema Sticken in meine Bilder integriert oder mit Textilien auf Leinwand gearbeitet haben.
Welche Charaktereigenschaft sollte ein bildender Künstler bzw. Künstlerin deiner Meinung nach bezüglich des eigenen Erfolg bestenfalls mitbringen? Und welche besser nicht?
Man braucht auf jeden Fall Durchhaltevermögen und sollte sich nicht zu sehr davon abhängig machen, was andere über die eigene Arbeit denken. Gerade als Künstler oder Künstlerin ist es wichtig, auch dann weiterzumachen, wenn es einmal nicht so läuft oder der Erfolg nicht sofort sichtbar ist.
In welchen Lebensjahren oder in welchem Alter deiner Laufbahn warst du in deinem Schaffen bislang am produktivsten?
Seit einigen Jahren bin ich durchgängig produktiv. Ich gönne mir aber auch immer mal wieder bewusst ein paar Pausen. Ich glaube, beides gehört dazu.
Was war der Grund für Schaffenspausen in deinem Leben?
Schaffenspausen waren bei mir eigentlich nie ein Zeichen dafür, dass es nicht mehr weitergeht. Oft ist im Alltag einfach viel los oder ich merke, dass ich eine Pause brauche. Mittlerweile sehe ich das sogar als wichtigen Teil des kreativen Prozesses. Danach kommen häufig neue Ideen und neue Energie
Wie viele Werke hast du in deinem Leben bislang geschaffen?
Das ist eine sehr gute Frage. Wenn ich nur die letzten Jahre mit einbeziehe, waren es viiiieeeeeele.
...Und jetzt zu unserer Rubrik: „Kurze Fragen, kurze Antworten“
-Dein aktuelles Lieblingsbuch?
Ich liebe Krimis. Aber da ich zwei kleine Kinder habe, komme ich aktuell recht selten dazu, selbst zu lesen. Daher ist mein aktuelles Lieblingsbuch wohl das wundervolle Kinderbuch „Die Schnetts und die Schmoos“
-Dein Mantra oder Lieblingsspruch/Zitat lautet?
Bleib bei dir.
-Deine nächste Reise geht am liebsten wohin?
Nach Griechenland
-Was hast du immer im Kühlschrank?
Joghurt und Milch
-Wie definierst du Luxus?
Zeit zu haben
-Dein Leben ohne Kunst wäre…
Immer noch bunt und fröhlich, aber nicht bunt und fröhlich genug.
-Deine Kunst ist…
immer mit ein bisschen Fernweh verbunden.
-Das Leben ist zu kurz um,…
sich das Bild, das man unbedingt haben möchte, nicht zu kaufen.





















