Diashow - Ausschnitte  Galerie und Werke   Künstlerin: INA CIERNIAK   Fotos: Mit freundlicher Unterstützung zur Verfügung gestellt durch die galerie1565.de

Ina Cierniak

Künstlerin

Hamburg

Ina Cierniak

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Wie bist Du zur Kunst gekommen?
Oder anders gefragt: In welchem Alter wurde Dir klar, dass Du im tiefsten Herzen (eigentlich) eine Künstlerin bist?

Seit meiner Kindheit bin ich eine Träumerin und nehme die schönen Dinge sehr ernst. Als schüchternes Kind habe ich mich bereits über meine kleinen Kunstwerke ausgedrückt. Es verlief dann rückblickend bis heute wie ein roter Faden durch mein Leben. Immer wieder gab es Berührungspunkte. So, wie ich als Teenager meinen Ausdruck in der Streetart und dem Graffiti sprühen gefunden habe, ging es dann weiter als Modedesign- Studentin, die schon immer die künstlerischen Kurse am liebsten belegte. Ich fand auch künstlerische Erfüllung in den editoriellen Werken in meiner Karriere als Make up Artist. Die Gesichter der Modelle bemalte ich mit kunstvollem abstraktem Make up. 2020 folgte ich meinem Herzen und entschied mich für die Kunst zu 100% und somit hauptberuflich.

 


War Dein Weg zum Künstlerdasein für Dich immer klar oder gab es erst noch berufliche Umwege?

Ich sehe das Leben, oder eben auch den Weg des Künstlers wie den Verlauf eines Flusses, der an einer kleinen Quelle beginnt und dann über viele Kurven irgendwann ins offene Meer fliesst.



Hast Du von Anfang an Förderer und Fans Deiner Kunst gehabt? Oder musstest Du Dir diese hart erarbeiten?

Ich hatte immer seelische Förderer und Unterstützer. Freunde und Familie, die mein künstlerisches Schaffen ermutigt haben. Ich baue Schritt für Schritt ein immer größer werdendes Netzwerk auf, was hoffentlich zuverlässig ist und auf lange Sicht bestehen wird.



Wie vermarktest bzw. verkaufst Du Dich und Deine Werke? Nutzt Du soziale Kanäle? Welche bevorzugt?

Gestartet bin ich mit Instagram und meiner Homepage. Diese zwei Kanäle zusammen mit wechselnden Galerien oder anderen Ausstellungsflächen wie besonderen Concept Stores. Zum Beispiel das Studio LIV in Lüneburg oder das CASERRA 71 in Deiá/Mallorca.



Welche „artfremden“ Jobs hattest Du bislang in Deinem Leben?

Ich erinnere mich gerne an mein Schülerpraktikum am Mannheimer Theater. Dort war ich in der Bühnenwerkstatt und habe meinen ersten schlafenden Engel in 200cmx200cm gemalt, der mich jetzt, 30 Jahre später, sehr an meine „Mother and child“-Motive erinnert. Als Stylistin konnte ich mich kreativ mit Kleidung, deren Formen und Farben auseinandersetzen und danach direkt als Make up Artist mit Malerei und sehr feinen Nuancen auf den Gesichtern.



Wie startest Du in Deinen Tag, oder wie strukturierst Du Deinen Alltag? Gibt es Rituale? Bist Du Frühaufsteher oder arbeitest am liebsten nachts?

Ich denke, eigentlich könnte ich sehr gut abends und nachts arbeiten. Aber im aktuellen Familienleben gestaltet sich das etwas anders. Der Start in den Tag ist für mich wichtig. Ich habe mich darin geübt, früh aufzustehen, früher als nötig, um bereits morgens in einen guten und vor allem sehr ruhigen Flow ohne Eile zu kommen. Ich bin sehr diszipliniert und es vergeht kein Tag, an dem ich nicht in irgendeiner Art und Weise male. Ich bin immer zur gleichen Zeit im Atelier. Oft stimme ich mich vor dem Malen ein, indem ich die Natur beobachte, meditiere, eine schöne Musik anmache, zwei, drei Seiten in einem inspirierenden Buch lese oder mir Notizen mache. .



Wo und wie arbeitest Du am liebsten? Bzw. welche Voraussetzungen müssen gegeben sein?

Gutes Licht und eine ruhige Umgebung sind von Vorteil, aber kein Muss. Ich liebe es, dass mein Atelier über den Garten hinweg, an den Blumen vorbei, direkt erreichbar ist. Ich arbeite sehr gerne von zuhause aus. So verliere ich kaum Zeit.



Welche Materialien nutzt oder bevorzugst Du für Deine Kunst?

Bisher hat es sich so ergeben, dass ich am liebsten auf schwerer roher Baumwolle male. Ungrundiert. Sie hat eine wundervolle und natürliche Haptik. Ich verwende Acrylfarben, Ölpastellkreiden, Ölsticks, Buntstifte und Kohle. Ab und an, wenn ich nichts anderes zur Hand habe, dann male ich auch auf Papier..

 


Gibt es ein Hauptthema in Deinem künstlerischen Schaffen, oder gibt es Thematiken, die immer wieder an neuen Stellen auftauchen?

Das Licht, die Sehnsucht und die Liebe sind wiederkehrende Themen, die sich in jedem meiner Motive entdecken lassen. Und wenn es das Stillleben der Orange in einer gestreiften Schale ist. Die Farbe und das Feeling transportieren sofort das Licht des Südens. Oder wenn man meine Mutter-Kind-Serie betrachtet, fühlt man diese bedingungslose, universelle Liebe. Das Gefühl gehalten zu werden. Oder bei meinen Abstrakten- und Blumenwerken geht es stehts um das Licht, die übereinanderliegenden Schichten, die stehts vom Dunkel zum Hellen gehen.



In welcher künstlerischen Disziplin bist Du bevorzugt tätig?

Die Malerei und Zeichnungen sind es hauptsächlich. Aber generell empfinde ich das gesamte Leben als künstlerische Disziplin. Wie ich mich kleide, wie ich mein Zuhause einrichte, wie ich meinen Tee oder mein Essen zubereite und so weiter. Das alles mit Achtsamkeit und Schönheit zu versehen, ist für mich auch eine Art der Kunst.



Was tust Du, wenn Dich eine Schaffenskrise erwischt? Hast Du einen Tipp, wie man wieder kreativ wird?

Keep cool and carry on. Einfach weitermachen. Nicht dem Gedankenkreisen zuhören, sondern unterbrechen und wegschieben. In das „Hier und Jetzt“ kommen und einfach malen. Darin übe ich mich und zwar täglich. Manchmal nehme ich einen Perspektivenwechsel vor, und zwar, indem ich den Moment der Krise als Chance annehme..



Wie kommst Du in den Schaffens freudigen „Flow“?

Ich beginne und komme in den Flow. Mal schneller, mal langsamer. Manchmal dauert es Stunden, bis ich zu einer sehr effektiven halben Stunde malen komme. Die ist dann aber meist genau richtig. Ich weiss mittlerweilen, dass es dann eben vorher noch etwas gab, was ich lernen, sehen, erkennen sollte, bevor ich beginne, zu kreieren. Und sei es nur genau der richtige Braunton für die Schattierung.




Wann und wo genau war Deine erste und wann und wo war
Deine kürzlich letzte Ausstellung?

Meine allererste Ausstellung war ca. 1998 in Heidelberg. Damals wusste ich aber noch nicht, dass Kunst mein Leben sein kann und es ging erstmal anders weiter. 2023 habe ich meine erste große Ausstellung in Hamburg in der Deichstrasse eröffnet, drei Jahre nachdem ich mich hauptberuflich der Kunst zugewendet hatte. Es war wundervoll und ich werde das Happening nie vergessen! Aktuell geht eine Gruppenausstellung in der Galerie 1565 in Hamburg Harburg zu Ende. Parallel sind ausgewählte Werke auf Leinwand im Studio LIV in Lüneburg zu sehen. Dort hängen sieben meiner Gemälde zur Schau und zum direkten Kauf. Ab April startet der neue Concept Store von Matthew Williamson in Deiá auf Mallorca und öffnet seine Tore. Dort werden auch sieben Bilder, zwei auf Leinwand und fünf auf Papier, zu sehen sein. Und gerade geht die Planung für eine Einzelausstellung im Münchener Westend für den Sommer los. Der art.salon vertritt mich seit ein paar Jahren in Berlin, nun aber auch mit einem Showroom in Hamburg. Für September ist eine Duoausstellung in der Galerie 1565 geplant.



Wie gehst Du mit Kritik an Deinem Werk um?

Negative Kritik gibt es theoretisch nicht. Es gibt einfach Meinungen, die persönlich sind.



Bist Du interdiziplinär unterwegs? Also schreibst Du z.B. auch Geschichten, oder arbeitest mit verschiedenen Materialien wie Keramik oder tuftest Teppiche oder verbindest diese Themen miteinander?

Aktuell arbeite ich an meiner neuen Serie mit dem Arbeitstitel SHAPED BY WATER. Ich nähe zwei Leinwände in der Mitte aneinander. Dadurch entsteht für mich ein neuer künstlerischer Ausdruck.

Es gibt mir die Möglichkeit, meine abstrakten und floralen Malstile miteinander zu verbinden.




...Und jetzt zu unserer Rubrik: „Kurze Fragen, kurze Antworten“

-Dein aktuelles Lieblingsbuch?

Ich lese aktuell drei gute Bücher parallel.

Monas Augen, Thomas Schessler

Konzert ohne Dichter, Klaus Modick

Heilung aus der Mitte/Werde der der du bist, Anne Devillard


-Deine nächste Reise geht am liebsten wohin?

In den Süden.


-Wie definierst Du Luxus?

Freiheit.


-Dein Leben ohne Kunst wäre…

Farblos ;-)



Diashow - Ausschnitte Galerie und Werke  Künstlerin: INA CIERNIAK Fotos: Mit freundlicher Unterstützung zur Verfügung gestellt durch die galerie1565.de


Andrea Thierbach - bildende Künstlerin - Foto by gug-mag.de

Künstlerin


Jahrgang:

1980


Geburtsort:

Herdecke (Ruhr)


Abschluss, Studium:
Diplom Modedesign



Wohnort:

Hamburg



www.inacierniak.de